Der Wanwan-Drachen

zurück | Japan | weiter


 

Die Heimat des Wanwan-Drachens ist der nördliche Teil der Insel Shikoku. Der Name könnte sich auf die Kreisform beziehen und sich vom runden lackierten Servierbrett „wan" ableiten. Diese Form erhält der an sich ovale Drachenkörper durch die Wölbung, die durch Spannschnüre auf der Rückseite erzielt wird. Der erste Wanwan-Drachen soll 1692 aus Anlaß des Wiederaufbaus des Renge-ji-Tempels in der Ortschaft Okazaki gebaut und geflogen worden sein. Im 19. Jahrhundert entwickeln sich Riesendrachen, die von den Dorfgemeinschaften gebaut und geflogen werden. Mit 20 m Durchmesser und bis zu 55 Zentnern Gewicht gehört er zu den größten japanischen Drachen. Allein der Schweif aus einem Strick von 150 m Länge wiegt 750kg. Um einen solchen Großdrachen bei starkem Seewind steigen zu lassen, sind Mannschaften von 200 Männern erforderlich. Als Drachenseil dient ein Tau von 15cm Umfang und einer Länge von 1000 m. Der Start erfolgt mit Hilfe besonderer Gerüste, an die der Drachen angelehnt wird. Ist ein solcher Großdrachen gestiegen, ist es fast unmöglich, ihn wieder herunterzubekommen. Meist muß man abwarten, bis der sich abschwächende Wind seinen Absturz herbeiführt. Die heute in Tokushima geflogenen Wanwan-Drachen bewahren die traditionelle Form, sind aber von kleinerem Format. Bemalt werden Wanwan-Drachen meist mit Familienwappen oder einfachen geometrischen Formen.

Der Wanwan-Drachen